Behandlungsablauf Osteopathie

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Wie läuft eine osteopathische Behandlung ab?

Nach der gründlichen Anamnese, bei der mir der Klient wichtige Vorerkrankungen und aktuelle Beschwerden berichtet, stelle ich noch genauere Fragen die das gesundheitliche Problem eingrenzen könnten.
Die Inspektion umfasst die Alltagshaltung, die Symmetrie des Körpers und physiologische oder pathologische Veränderungen.
Durch aussagekräftige Bewegungstests kann ein Problem meist schnell identifiziert werden. Wichtig ist mit hierbei auch, dass der Klient auch selbst seinen Körper wahrnehmen lernt und kein Passivitätsgefühl bei Ihm entsteht. Denn durch die eigene Wahrnehmung einer Störung (damit meine ich nicht den Schmerz der oft die "Spitze des Eisbergs" ist), als ersten Schritt, kann sich Gesundheit wieder entwickeln.

Nach diesen Tests und der Bewusstmachung des momentanen Körpergefühls erfolgen weitere Untersuchungen mit den tastenden Hände, damit Fehlspannungen und tiefere Bewegungsdefizite durch Störungen der Eigenbewegung von Strukturen erfahrbar werden. Dadurch kann ein Bild entstehen, wie sich eine Störung ausbreitet oder in welchem Körperbereich diese Dysfunktion entstanden sein könnte.
Die Behandlung besteht anfänglich aus Impulsen und der Reflektion was diese im Körper bewirken. Dadurch können weitere diagnostische Informationen gewonnen werden. Ist das Problem erkannt und die Zusammenhänge erforscht, können meist in weiteren Sitzungen gezielte therapeutische Eingriffe oder sogenannte "Stillpoints" gezielt die Selbstheilungskräfte unterstützen. Diese Selbstheilungskräfte benötigen Ruhe und Entspannung und ein Fließen der Körpersäfte um die Gesundheit im Körper wieder zu etablieren.
Dieses kann auch eine Weile dauern und entspricht auch nicht unbedingt immer den Vorstellungen des Klienten der natürlich schnell wieder schmerzfrei und am besten vollständig gesundet der Praxis entspringen möchte. Denken Sie dabei bitte an die "Spitze des Eisberges" wobei der Therapeut oft tief durchatmend den großen unsichtbaren Teil verspürt.

Nach der Sitzung ist es mir wichtig die relevanten Tests noch einmal zu wiederholen, sogenannte Re-Tests, um den Erfolg der Maßnahmen festzustellen. Dabei soll auch der Klient seinen Körper wieder wahrnehmen um evtl. Veränderungen zu erfahren und zu integrieren

Bei der nächsten Sitzung soll der Klient dann berichten welche Veränderungen er erlebt hat und wie lange sie angehalten haben. Daraus lassen sich dann erneut diagnostische Schlüsse ziehen.    

Es erfolgen wieder einige relevanten Tests um den momentanen Stand und Veränderungen wahrzunehmen. So ergibt sich ein ständiges Feedback aus Behandlung und Reflektion, welches meist zu einer nachvollziehbaren Besserung führt.

Sollten die osteopathischen Behandlungen keine länger anhaltenden Besserung bringen und sich Hinweise auf eine Erkrankung oder Störung ergeben die von einem Arzt näher untersucht werden sollten, empfehle ich eine entsprechende Konsultation, wobei ich erfahrungsgemäß feststellen muss, dass sich leider oft die bildgebende Apparatemedizin und Blutuntersuchungen der tastenden Hand gegenüber im Nachteil befinden. Meist können in ärztlicher Hand nur stärkere Veränderungen der Struktur diagnostiziert werden, aber selten funktionellen Störungen solange sie noch kompensiert werden. Insoweit ist eine gute Zusammenarbeit zur Früherkennung von Funktionsstörungen mit entsprechend gut ausgebildeten Ärzten immer Willkommen. Aussagen allerdings auch von Fachärzten, da ist nichts, nur weil z.B. ein Ultraschallbild keine Aufschlüsse gibt, lösen bei mir nur Kopfschütteln aus. Würde der entsprechende Arzt einmal tiefergehend tasten, würde er das sicher nicht behaupten. Deshalb freue ich mich über eine respektvolle Zusammenarbeit mit Ärzten im gemeinsamen Interesse des Patienten/ Klienten.